21. Juli 2018 WILD CORE

HABE ICH EIN TRAUMA?

Die Diagnose “Trauma” kann helfen. Sie kann jedoch wie jede Definition einen Zustand verschlimmern und manifestieren.

Mir scheint die eigentliche Frage lautet: Bin ich Schuld daran, dass ich ein Trauma habe? Bin ich zu schwach, weil ich mich immer noch verletzt fühle? Die Antwort ist: NEIN! Verletzungen gehören zum Leben und viele Menschen konnten die Erfahrung machen wie sie durch eine Verletzung stärker und sicherer im Leben wurden und deutlicher erkennen konnten was ihnen wichtig ist und wie sie ihr Leben gestalten wollen.

Die Schulmedizin definiert Trauma anhand verschiedener Symptome die in dem internationalen Regelwerk ICD-10 niedergeschrieben sind. Hier sind die Symptome nachzulesen: Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen. Die Klassifizierung von sog. “Krankheiten” oder “Abweichungen-von-der-Norm” dient im Übrigen auch einem sehr pragmatischen Zweck: Sie erleichtert die Kommunikation innerhalb unseres Gesundheitssystem und auch international können Diagnosen ohne Sprachkenntnisse der jeweiligen Landessprache schnell übermittelt werden.

Die Frage: “Habe ich ein Trauma?” kann auch eine Verlagerung darstellen, also kurzzeitig den Leidensdruck durch rationales Begreifen wollen reduzieren. Meiner Meinung nach ist es völlig egal wie du die Verletzung die du hast nennst: Nur du kannst deinen Leidensdruck wahrnehmen und der Versuch diesen in irgendeiner Form so beschreiben zu wollen, dass ein anderer Mensch genau weiss was/wie du fühlst führt meist zu weiterem Frust. Mit einem Trauma taucht auch oft Sprachlosigkeit auf. Gefühle und Bilder dominieren dann die Wahrnehmung. Die Eye-Movement Methoden die ich in meiner Praxis anwende wirken genau hier und weniger auf der rationalen Ebene. Leiden lässt sich selten durch rationale Erkenntnisse transformieren – doch sehr oft folgen die wunderbarsten Erkenntnisse auf die Transformation von Schmerz und anderen negativen Gefühlen.

Jede Wunde kann heilen und darauf darfst du dich fokussieren!

 

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